Crashers Erzählstunde 2.0

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    Diese wendung ^^ nurno episch
    ach der herr hat also einen dienst pc... nom nom nom... hast du auch son metalldings auf deinem schreibtisch wo "herr pfistererer" drauf steht? :D
    auch wenn du drölfmeter groß bist ich müsste jedesmal lachen (und wer dan ganz schnell wieder arbeitslos :D aber das wärs wert! )
    wenn ich auch kurz was sagen darf :D ich hab gestern angefangen zu schreiben ... Kapitel 4 ist auch mittlerweile fertig ... aber ich hab nicht in jedem kapitel so nen Highlight wie du sondern meins baut sich halt wie ein echtes buch von kapitel zu kapitel weiter auf ... ich bin gespannt wie ihr das Gesamtwerk dann findet .
    ach der herr hat also einen dienst pc... nom nom nom... hast du auch son metalldings auf deinem schreibtisch wo "herr pfistererer" drauf steht? :D
    auch wenn du drölfmeter groß bist ich müsste jedesmal lachen (und wer dan ganz schnell wieder arbeitslos :D aber das wärs wert! )
    Kapitel XII – Horton hört Hassmusik

    Es ist ein sonniger Samstagnachmittag, als Thomas und ich vom Einkaufen heimkommen. Im Schlepptau haben wir Soren, einen alten Schulfreund von Thomas und mir.
    „Guck mal, was die bei uns wieder eingeworfen haben“, sage ich zu Thomas und halte ihm einen Brief von der Stadtverwaltung unter die Nase.
    „Schon wieder so eine Gutmenschenmahnung von Horton?“, fragt Thomas, als ich den Brief öffne und mir das Schreiben durchlese. „Sieht so aus“, sage ich trocken, nachdem ich den Zettel überflogen habe.
    Seit einigen Monaten versucht die Stadtverwaltung in unserem Viertel Immigranten anzusiedeln. Aus diesem Grund inspizieren nun zwei völlig weltfremde Sozialarbeiter, die wirken als wären sie Anno 68´auf dem Zenit der Flowerpower Ära hängen geblieben, die Gegend. Hmmm wenn ich mir die Hortons Sandalen so anschaue könnte auch was von der Müslibewegung hängen geblieben sein. Ist ja auch egal.
    Einer von den beiden ist jedenfalls Horton, von dem wir in letzter Zeit viel Post bekommen haben.
    Zusammen mit seinem Kollegen Siegfried sucht Horton nach jeder Form von Nationalismus, Patriotismus und sonst irgendwelchen Dingen, die seiner Meinung nach die Immigration von Flüchtlingen gefährden könnte.
    Und Horton ist bei seiner Arbeit genauso gründlich, wie empfindlich. Alles was ihm und seinem Kollegen Siegfried nicht passt, wird gnadenlos abgemahnt.
    „Und, was ist es diesmal?“, fragt Thomas neugierig, als wir an unserer Wohnungstür angekommen sind.
    „Bei meinem letzten Besuch ist mir eine äußerst aggressive Form von deutscher Rockmusik, eventuell Rechtsrock, aufgefallen. Ich verspürte dabei nationalistische Schwingungen“, zitiere ich Hortons Mahnschreiben.
    Thomas und Soren schauen sich eine Zeit lang ungläubig an, bis Thomas schließlich fragt: „Hast du wieder heimlich die Onkelz gehört?“.
    „Ey was heißt hier heimlich. Die haben ein paar echt gute Lieder. Auf gute Freunde zum Beispiel. Das kann man bei Feiern wunderbar mitgrölen“, rechtfertige ich mich.
    „Oder Mexiko, das geht auch gut“, fügt Soren hinzu. „Viva los Tioz“, sagt Thomas schließlich, „Klingt plausibel“.
    „Aggressive Rockmusik“, wiederhole ich immer noch völlig fassungslos die Beschwerde der Stadt.
    „Wenn der sich das nächste Mal hier blicken lässt, lernt der mich aber kennen. Dann bekommt der Mal ganz andere Schwingungen zu spüren!“.
    „Wer wird denn gleich an die Decke gehen, denk doch an Schiller“, sagt Soren altklug. „Ja ja, ich weiß. Brüder sollt ihr sein und so weiter.
    Aber dieses absolut weltfremde und intolerante Gutmenschentum geht mir einfach auf den Sack! Ich meine Deutschrock direkt mit Hassmusik gleichzusetzen. Der hat sie doch nicht mehr alle!“.
    „Horton hört Hassmusik. Das klingt nach einem wirklich schlechten Kinderbuch“, meint Thomas belustigt.
    Auf einmal habe ich eine Eingebung und renne auf den Balkon. Dort fange ich an aus vollem Hals zu brüllen:
    „HORTON HÖRT HASSMUSIK! HORTON HÖRT HASS! HORTON HASST! HORTON HASST HÖRMUSIK!“.
    „Bist du endlich fertig?“, fragt Thomas, als ich endlich wieder zur Ruhe gekommen bin und einige irritiert dreinblickende Passanten vor dem Haus stehen geblieben sind.
    „Denke schon“, sage ich ein wenig heißer. „Und jetzt? Was hast du nun vor?“, fragt Thomas.
    „Ich warte, bis ich meine Stimme wieder hab und dann brülle ich vielleicht noch ein bisschen. Aber für den Moment ist erstmal alles raus“, antworte ich zufrieden.
    „Vergiss diesen Siegfried nicht“, meint Soren. „Hast du etwa auch mit dem Ärger?“, fragt Thomas und zündet sich eine Zigarette an.
    „Ihr wisst ja noch, dass mir während der WM einer die Deutschland Wimpel vom Auto geklaut hat. Ich dachte ja erst an einen LIDL Insiderjob, um die Nachfrage hoch zu halten, bis ich schließlich ein Mahnschreiben von Siegfried und der Stadtverwaltung am Scheibenwischer vorgefunden hab. Als die mir dann letzte Woche noch den Schland Aufkleber von der Heckscheibe geknibbelt haben, kam mir eine ganz lustige Idee“, erklärt Soren und verweist grinsend auf sein Auto, dass unten auf dem Parkplatz steht.
    Auf der Motorhaube des schwarzen Opel Corsa ist ein Airbrush des Heiligen römischen Reiches deutscher Nationen in den Grenzen von 1479.
    „Wow, der komplette Flickenteppich mit allen Fürstentümern und Grafschaften“, sage ich beeindruckt. „Na Logo“, meint Soren. „Wenn schon provozieren, dann aber auch historisch korrekt!“.
    Thomas betrachtet eine Weile den Wagen, schnippst dann seine aufgerauchte Zigarette vom Balkon und sagt schließlich: „Aber pass auf, sonst sieht Siegfried noch ein Sieg Heil“.
    „Hmmm“, überlegt Soren, „Da hilft dann nur noch Slayer. Soweit ich weiß hält deren Musik solche Hippies fern“.
    Plötzlich habe ich wieder eine Eingebung: „SIEGFRIED SIEGT! SIEGFRIED SIEHT SIEG! SIEGFRIED SIEHT EIN…“.
    Den Rest habe ich mir dann lieber gespart. Wäre mir dann halt doch zu teuer...
    "Ich bin Schriftsteller. Mein Lebensunterhalt ist es, mich über den Ist-Zustand der Gesellschaft zu beschweren - nicht diesen zu ändern!"
    Simson Crasher
    Grippewelle 2015 - ich war dabei! :thumbup:
    Nach langer Krankheit melde ich mich zurück und kündige mal für morgen das nächste Update an. Wir bewegen uns mit schnellen Schritten auf das Finale zu!
    "Ich bin Schriftsteller. Mein Lebensunterhalt ist es, mich über den Ist-Zustand der Gesellschaft zu beschweren - nicht diesen zu ändern!"
    Simson Crasher
    Kapitel XIII – Proll Oper

    Objektophilie, oft bezeichnet als eine psychologische Störung, die bei betroffenen Personen dazu führt, eine emotionale Bindung zu einem leblosen Gegenstand aufzubauen.
    Auch wenn ich an einigen materiellen Dingen im Leben sehr hänge, würde ich mich auf keinen Fall als objektophil bezeichnen.
    Auch die Hochzeitsnacht von dieser Amerikanerin und ihrem angeheiratetem Eifelturm muss ich mir jetzt nicht unbedingt vorstellen…auch wenn es sicher höchst amüsant wäre.
    Und doch gibt es einige grob-fahrlässige Umgangsformen mit Gebrauchsgegenständen, die mir fast schon physische Schmerzen zufügen.
    Sei es das Scharben von Aluminiumfelgen an Bordsteinkanten, das Knarzen eines falsch eingelegten Gangs oder das heulen eines überdrehten Anlassers.
    Das ist nur eine Reihe von Beispielen von Dingen, die bei mir ganz schnell zu ganz heftigen Kopfschmerzen führen.
    Zurück zur eigentlichen Geschichte. Es ist ein schöner Sonntag im Altweibersommer, wir haben gerade den Vormittag rumgekriegt und ich stehe auf dem Parkplatz und warte auf Marie.
    Mit mir wartet Sebastian, mein persönlicher Bier Assi. Warum ich mir ausgerechnet heute einen Bier Assi zugelegt hab, wird sich wahrscheinlich bald zeigen.
    „Sebastian…Bier!“, brülle ich über den Hof. „Glaubst du nicht, dass du schon genug getrunken hast?“, fragt Sebastian und ignoriert meine Anweisung.
    „Was?!?! Sag mal willst du mich verarschen?“, fahre ich ihn an. „Naja ich mein ja nur. Es ist kurz nach zwölf und du hast schon…“.
    „Ich zeig dir gleich wer hier schon genug getrunken hat!“, brülle ich über den Hof und versuche eine Bierflasche nach ihm zu werfen.
    Leider habe ich schon so starke Schlagseite, dass ich nicht wie erhofft Sebastian, sondern das Auto der Nachbarn treffe.
    Der Schrille Ton der Alarmanlage des silbernen Seat Toledo führt bei mir ganz schnell zu ganz heftigen Kopfschmerzen…
    Als Gegenmittel lass ich mir noch ein Bier holen, als endlich Marie auf den Hof fährt.
    SCHRABSCHRABSCHRABSCHRAB! Das waren die Alufelgen…Aua!
    KNAAAAAAAAARZ! Der Gang war nicht drin…der war drinner als drin…Autsch!
    Mit einem BONK! wird noch der Seat des Nachbarn gegrüßt, dessen Alarm gerade aus war und nun schon wieder aufheult und mit einem satten BUMPF! steht Marie mit ihrem BMW in der Parklücke.
    Ach, ich glaube dieser Tag kennt keine Grenzen…
    Strahlend steigt Marie aus ihrem Auto aus und umarmt mich zur Begrüßung. Als sie sich anschickt zu Sebastian zu gehen, merke ich, dass mein Bier weg ist. Chapeau Madame, Chapeau!
    So sitzt Marie also neben Sebastian, trinkt mein Bier aus und schickt meinen Bier Assi los, um ihr ein neues zu holen.
    Als Sebastian überstürzt los eilt um ihrem Wunsch Folge zu leisten, rufe ich ihm hinterher, dass er mir auch eins mitbringen soll.
    „Und sag bloß nicht, dass ich schon genug habe. Ich sag dir schon bescheid, wenn ich der Meinung bin, dass ich verfickt noch mal genug hab!“.
    Sebastian bleibt stehen und erwidert nur: „Ist aber nur noch eins da“. Dabei zuckt er mit den Schultern und läuft wieder los in Richtung der mobilen Camping Kühlbox.
    Seufz, es hilft ja alles nichts. Ich glaube, ich muss mich wieder von meinem Bier Assi trennen und ihn an der nächsten Autobahnraststädte aussetzen.
    Ich setze mich zu Marie, die gerade mein leeres abstellt und verträumt auf ihr Handy schaut. „Du kommst zu spät zu unserem Date, Madame!“, maule ich sie an.
    „Eine kleine Verspätung ist eben schick. Eine Frau von Welt versteht es, die Männer auch mal etwas warten zu lassen“, belehrt sie mich, nimmt von Sebastian die Flasche Oettinger Pils entgegen und macht sie mit ihrem Handy auf. „Soso, eine Frau von Welt…“, murmele ich unmerklich.
    „Außerdem“, fährt sie fort, „musste ich mich durch den elenden Berufsverkehr hierher quälen“. „Berufsverkehr? Es ist Sonntag und du wohnst nur zwei Blocks weiter“, entgegne ich trocken.
    „Dann hättest du auch bei mir vorbei kommen können. Bist mir ja ein toller Gentlemen!“. „Chapeau!“, sage ich anerkennend. „Nein danke, so früh trinke ich noch keinen Wein“, meint Marie und lächelt.
    Okay, ich sehe mich gezwungen alle beide an der Raststädte auszusetzen.
    „Teile liegen im Auto?“, frage ich sie und begebe mich zu ihrem BMW. Schließlich ist Marie nicht zu meinem Vergnügen hier, sondern damit ich ihr die Anlage ordentlich verkabeln kann.
    Nach ein paar Minuten sind die neuen Strippen gezogen und ich messe zur Kontrolle noch Batterie Plus und Masse nach.
    „Stift, komm mal ran!“, brülle ich über den Hof zu Sebastian und bin zum Teil erstaunt, dass er wirklich angetrabt kommt…und mir einen Kugelschreiber unter die Nase hält.
    „Pack den wieder weg!“. Schulterzuckend steckt Sebastian den Kuli wieder ein. „Manchmal habe ich das Gefühl, du und Marie seid Seelenpartner“, sage ich und schlage mir mit der flachen Hand auf die Stirn.
    „Meinst du das ernst? Ich hatte ja auch so das Gefühl, dass es bei uns gefunkt hat“, antwortet Sebastian deutlich unbekümmerter, als er bei dieser Aussage sein sollte.
    Ich überlege kurz, ob ich darauf etwas antworten soll, lass es dann aber doch lieber sein und kehre zurück zur Arbeit.
    „Apropos Funken. Du hältst mal die beiden Kabel, ich mach die Zündung an und dann schauen wir mal mit dem Multimeter, ob was ankommt. Okay?“, sage ich und reich ihm die Kabel für Plus und Masse.
    „Okay“, bestätigt Sebastian und hält die Kabel. Ich mache die Zündung an und Messe.
    „12,9 Volt…das passt!“. „Mensch das ist ja sagenhaft, wie du das hingekriegt hast“, lobt Sebastian. „Das solltest du beruflich machen“.
    „Ach was, Kinderspiel“, winke ich ab. „Aber darfst ruhig klatschen“.
    ZAPP! ... „Aua!“.
    „Das nächste Mal lässt du die Kabel aber vorher los. Hohl mal ne neue Sicherung“, kommentiere ich die Aktion und schicke Sebastian zum Werkzeugkasten.
    Nachdem wir die neue Sicherung eingesetzt und die Anlage fertig verkabelt haben, geht alles ganz schnell: Marie hatte schnell ihr Bier geleert und sich mit einem „Dankeschön“ verabschiedet, bevor sie sich auf den Fahrersitz fallen ließ und zur Weiterfahrt ansetzte.
    SCHRABSCHRABSCHRABSCHRAB, KNAAAAAAARZ, QUIEEEEEEETSCH!!!
    Ich glaube, ich krieg schon wieder Kopfschmerzen…
    "Ich bin Schriftsteller. Mein Lebensunterhalt ist es, mich über den Ist-Zustand der Gesellschaft zu beschweren - nicht diesen zu ändern!"
    Simson Crasher
    So, jetzt gehts in die Vollen! Das Buch ist fertig, jetzt muss ich mich nur noch um so "nebensächliche" Dinge wie Layout, vierte Rechtschreibkorrektur, Vorwort, Nachwort, Covermotiv und Klappentext kümmern. Das könnte also noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, zumal ich die letzten Wochen schon nebenher an meinem nächsten Projekt gearbeitet habe.
    Naja lange Rede kurzer Sinn: DAS HIER IST DAS LETZTE KAPITEL!
    Entscheide selbst, ob du hier weiterlesen willst, oder ob die Geschichte um Thomas, Marie, Jürgen und den Kleinkünstler in deinem Kopf ewig weitergehen soll. Ab hier gibt es kein zurück mehr!
    und ich weiß sowieso, dass du viel zu neugierig bist, um hier jetzt einfach aufzuhören :P


    Kapitel XIV – Unter Feinden

    Es ist ein windiger Freitagnachmittag, am letzten Tag des Semesters. Auch der Sommer neigt sich langsam seinem Ende zu und die ersten rot gefärbten Herbstblätter fliegen vom Wind getrieben durch die Luft.
    Ich stehe derweil vor dem Hauptgebäude der Universität und beobachte das bunte Naturschauspiel des allmählich einsetzenden Herbstwetters.
    Neben mir stehen zwei Studenten, die ich trotz all meiner Antipathie zu diesem Modebegriff, nur als Hipster bezeichnen kann.
    Sie stehen schräg gegenüber der Raucherecke in ihren original DDR Pullundern, tragen Hornbrillen mit Fensterglaseinsatz und unterhalten sich über das neue Mac OS Betriebssystem und seinen Vorteilen gegenüber Windows. Voll die Nerds…
    Prüfend werfe ich einen Blick auf meine Uhr: Noch eine Minute!
    Ich nehme einen letzten Zug von meiner Zigarette und schnippe sie in Richtung Mülleimer, bevor ich versuche mich den beiden Folgeresultaten von 20 Jahren Yam! Und Viva möglichst unauffällig zu nähern.
    Getarnt mit einem Halstuch und meiner Lesebrille scheine ich auch nicht weiter aufzufallen. Gut so. Jetzt darf bloß nichts schief gehen…
    Als ich neben den beiden Stellung bezogen habe, kommt plötzlich Thomas um die Ecke. Als er uns sieht fängt er auf einmal an rum zu pöbeln: „Ey was seid ihr drei denn für hässliche Opfer?! Das ist meine Raucherecke, also verpisst euch!“.
    Der größere der beiden Hipster fühlt sich scheinbar schwer gekränkt und zischt leise: „Was glaubt der denn, wer er ist? Ich habe damals im Luxemburger Elite Internat die Judo Meisterschaft der Junioren gewonnen.
    Den werde ich mir jetzt erstmal zu Recht stutzen!“.
    „Willst du etwa Prügel du Lauch?!“, erwidert Thomas und krempelt provozierend seine Ärmel hoch. Der selbsternannte Judomeister geht darauf ein und entledigt sich prompt seiner Jacke und seines Rucksacks.
    Hilfsbereit nehme ich Jacke und Rucksack entgegen…… und renne weg. Thomas folgt mir.
    Nachdem wir um mehrere Straßenecken geflüchtet sind, verschnaufen wir kurz und sichten erstmal unsere Beute.
    „Also eins muss ich diesen Öko-Hipstern lassen. Die belegten Körnerbrötchen aus dem Reformhaus schmecken echt super!“, sage ich schmatzend.
    „Sag mal, was hältst du eigentlich vom IPhone 6?“, fragt Thomas und zieht ein silbernes Smartphone aus der Innentasche eines Baumwollsackos.
    „Das kannste knicken“, erwidere ich und nehme zwei Dosen Redbull aus dem Rucksack. „Ja ich weiß, von der Materialbeschaffenheit sollen die jetzt nicht so pralle sein, aber wette das teil bringt noch gut Schotter auf eBay“, meint Thomas.
    „Nein! Ich habe damit gemeint, dass wir keine Wertgegenstände mitnehmen, sondern nur den Proviant. Der Rest wandert heute noch ins Fundbüro. S
    omit ist das kein Diebstahl, sondern nur eine kleine Umverteilungsmaßnahme von biologischen Genussgütern“, sage ich entschieden.
    „Wir ziehen also jedes Mal so eine Aktion ab, damit du Biokost frühstücken kannst?“, fragt Thomas irritiert.
    „Nein, nein“, antworte ich. „Mir geht es nicht um das Essen, sondern um den Kick bei der Sache! Außerdem macht es mir unheimlich viel Spaß den Leuten Hitlerbärtchen in den Perso zu malen!“.
    „Ihr Studenten seid schon ein komischer Haufen“, sagt Thomas kopfschüttelnd. „Ach was, wir sind doch noch ganz harmlos“, winke ich ab und nehme zwei weitere Energy Drinks aus dem Rucksack. „Hier fang, dein Anteil!“.
    Wir standen noch eine Weile an Thomas GTI gelehnt und redeten über Gott und Welt, bis es langsam begann zu dämmern. „Komm, lass mal wieder heim fahren“, schlägt Thomas vor und kramt seine Schlüssel aus der Tasche.
    Noch bevor ich antworten kann, bleibt plötzlich die Zeit stehen, die Farben fangen an zu verblassen und ich falle in ein Loch aus Raum und Zeit. Vor meinem inneren Auge lasse ich die Geschehnisse des Sommers noch einmal Revue passieren.
    Meine erste Vision in der Zulassungsstelle, das Leben und Sterben von Maries bayrischer Schlampenschleuder, meinem Werdegang als mittelloser, aber glücklicher Künstler, meine psychotraumatische Grenzerfahrung im Treppenhaus und die ewig währende Schlacht zwischen Gut und Böse an der Uni. Und auf einmal realisiere ich, warum ich gerade jetzt wieder in einem Tagtraum gefangen bin.
    Jedes Mal, wenn der Stresslevel zu groß wird, oder Gefahr im Verzug ist, schaltet sich mein Bewusstsein ab und ich falle innerlich in ein tiefes Loch.
    „Also muss es auch diesmal eine bestimmte Ursache geben“, denke ich, als ich sie plötzlich sehe: Sophie. Da ist sie, meine Antagonistin, mein Feind, meine Gegenspielerin!
    Sofort kehren die Farben wieder zurück, die Zeit läuft weiter und aus dem dumpfen Grollen werden langsam wieder verständliche Laute.
    „Bist du schon wieder am Träumen?!“, höre ich Thomas fragen, kurz bevor mich eine Nackenschelle trifft. „Aua! Was sollte das denn?!“, frage ich und reibe mir den Hinterkopf.
    „Du warst schon wieder so komisch, da dachte ich, dass ich mal besser wieder zurückhole“. „Au…aber...danke!“.
    Thomas Rettungsschelle kam keine Sekunde zu früh, denn jetzt kommt Sophie auf uns zu geradelt. Hier und heute wird es enden. Möge dies unsere letzte Schlacht sein. Ihr Völker der Erde, blickt auf diese Stadt!
    RATATATATATATATATATATATA…
    Hmmm, oder auch nicht, denn gerade hat sich das Ritzel von Sophies Fahrrad verabschiedet und die Kette ist abgesprungen. Ich beobachte eine Zeit lang, wie Sophie erfolglos versucht die Kette wieder aufzuziehen.
    In dieser Situation der Hilflosigkeit wirkt sie ungewohnt harmlos. Erst zögere ich eine Moment, aber dann entschließe ich mich dazu ihr zu helfen.
    „Wer sein Rad liebt, der schiebt. Was?“, platzt es aus mir raus. „Deine Sprüche helfen mir jetzt auch nicht weiter!“, schimpft Sophie und blickt zu mir auf. Dabei zeichnet sich jedoch ein verstecktes Lächeln auf ihrem Gesicht ab.
    Lass mich das mal machen“, sage ich und schiebe sie sanft beiseite. Mit wenigen Handgriffen ist das Kettenritzel an seinem Platz und die Kette wieder eingehängt.
    „Wow, danke! So hilfsbereit hätte ich dich gar nicht eingeschätzt“, sagt Sophie und grinst. „Ach weißt du“, antworte ich. „Wenn man mich erst mal kennt merkt man, dass im Grunde ganz ungefährlich bin“.
    „Ich würde gerne mal rausfinden, ob das stimmt. Vielleicht können wir ja irgendwann mal was zusammen machen“, sagt Sophie leicht verlegen.
    Die ewige Schlacht zwischen Gut und Böse. Dass sie hier und heute enden würde, habe ich geahnt, aber dieses Ende hätte niemand vorhersagen können. Mich überkommt eine Mischung aus Erleichterung und Ernüchterung.
    „Vielleicht“, antworte ich nach kurzem Überlegen. „Aber jetzt muss du los zu deinem Seminar“.
    „Ach so wichtig ist das nicht“, protestiert Sophie.
    „Nein fahr! Denn wenn du da jetzt nicht hingehst, wirst du es bereuen. Vielleicht nicht heute und vielleicht auch nicht morgen, aber irgendwann wirst du auf diesen Augenblick zurückschauen und diese Entscheidung für den Rest deines Lebens bereuen.
    Also fahr, ich schau dir in die Augen kleines!“.
    Während Sophie also wieder auf ihr Fahrrad steigt und in den rot glühenden Sonnenuntergang fährt, legt Thomas seine Hand auf meine Schulter und sagt: „Ich glaube dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!“.
    "Ich bin Schriftsteller. Mein Lebensunterhalt ist es, mich über den Ist-Zustand der Gesellschaft zu beschweren - nicht diesen zu ändern!"
    Simson Crasher
    Wow, jetzt ist es fast ein Jahr her seit ich beim Schreiben des Epilogs beschlossen habe eine "kleine Schaffenspause" einzulegen :D
    Beim durchlesen des Manuskripts hab ich auf jeden Fall wieder Lust bekommen das ganze, wenn auch eher Semiprofessionell, fertig zu stellen. Da ich das letzte Jahr eigentlich nur mit Arbeiten, zwei eher mäßigen Nebenprojekten, renovieren und dem zusammenflicken von meinem Motorrad verbracht hab, bin ich ganze 4 Seiten über das letzte Kapitel hinausgekommen. Da kann mal ruhig mal klatschen! ^ ^

    Wollte heute eigentlich nur mal schauen, was aus dem Forum so geworden ist und dachte ich melde mich mal kurz zu Wort. Versprechungen mache ich diesmal lieber keine, hat beim letzten Mal ja nicht ganz so gut geklappt.
    "Ich bin Schriftsteller. Mein Lebensunterhalt ist es, mich über den Ist-Zustand der Gesellschaft zu beschweren - nicht diesen zu ändern!"
    Simson Crasher